Winterpflege – warum?

Wenn Sie eine Kosmetikerin fragen, welche Pflegeprodukte Sie im Winter verwenden sollen, bekommen Sie als Antwort “eine Feuchtigkeitspflege und eine reichhaltige Creme”. Dies scheint natürlich im ersten Moment etwas merkwürdig und widersinnig. Ob diese Aussage dennoch Sinn macht, und warum wir im Winter mehr auf den Feuchtehaushalt achten sollen als im warmen Sommer werden wir in dem folgenden Artikel ergründen.

LucasCranachDas Schicksal des Apfels

Was passiert, wenn Sie einen Apfel im Zimmer liegen lassen? Blöde Frage, werden Sie jetzt vielleicht denken, das weiß doch jedes Kind: die Schale wird runzelig, der Apfel trocknet aus.

Da wir Menschen von Natur aus neugierig sind, stellen wir uns natürlich die Frage, warum das so ist. Der frische Apfel hat doch eine Haut, die nach erstem Augenschein wasserdicht erscheint. Wie kommt aber das Wasser aus dem Apfel heraus?

Da gibt es eigentlich nur eine Erklärung: die Haut des Apfels ist doch nicht so wasserdicht wie es dem ersten Anschein nach aussieht. Und wenn wir uns an den Physikunterricht zurückerinnern, finden wir auch eine logische Erklärung: Das Wasser geht an der Oberfläche in einen gasförmigen Zustand über und dieses gasförmige Wasser kann durch die Apfelhaut in die Umgebung entweichen.

Und noch was haben wir im Physikunterricht gelernt – je trockener die Umgebungsluft und um so höher die Temperatur, desto schneller verdunstet das Wasser.

Der Mensch und der Apfel
Nachdem wir uns nun klar gemacht haben wie das mit dem austrocknen des Apfels funktioniert, können wir eine Parallele zu unserem Körper herstellen. Auch der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Dieses Wasser wird in den Zellen gespeichert und ist von einer Zellhaut umgeben.

Wechselwirkungen
Bemühen wir aber noch einmal unser physikalisches Wissen: kalte Luft kann viel weniger Wasser speichern als warme Luft. Das sehen wir zum Beispiel dann, wenn wir warme Speisen in den Kühlschrank stellen. In kurzer Zeit ist alles Nass, weil der Wasserdampf von der Luft im Kühlschrank nicht aufgenommen werden kann und kondensiert.

In der kalten Jahreszeit kann also die Luft weniger Wasser speichern als im Sommer. Die Luft ist daher sehr trocken – der absolute Wassergehalt sehr gering. Diese trockene Luft kommt nun in die beheizten Räume und erwärmt sich. Mit der Erwärmung wird das Aufnahmevermögen an Feuchtigkeit größer, der Physiker würde jetzt sagen, dass das Sättigungsdefizit (Platz für Wasserdampf in der Luft) steigt.

Wenn wir uns in diesen trocken warmen Räumen aufhalten, verliert unser Körper über die Hautoberfläche sehr viel schneller Feuchtigkeit, da das gasförmige Wasser an der Hautoberfläche sofort von der Luft ‘aufsaugt’ wird und zum Ausgleich ständig Feuchtigkeit durch die Zellwand unserer Haut nach außen Transportiert werden muss.

Fazit: genau wie bei dem Beispiel mit dem Apfel wird auch unsere Haut runzlig, rissig, trocknet aus, weil ständig Feuchtigkeit an die Umgebungsluft abgegeben wird. Und da die Luft im Winter trockener als im Sommer ist, wird dieser Vorgang noch beschleunigt.

WinterpflegeWie können wir uns vor diesem Naturgesetz schützen?
Hier gibt es mehrere Ansatzpunkte. Zuerst sollten wir unsere Räume nicht überheizen und dafür sorgen, dass die Luftfeuchtigkeit erhöht wird. Dazu gibt es im Handel die unterschiedlichsten Verdunstungsgefäße, die man im Raum aufstellt oder vor die Heizung hängt.

Wenn unserem Körper Feuchtigkeit entzogen wird, müssen wir dafür Sorge tragen, dass ständig Flüssigkeit zugeführt wird – also viel trinken. Am besten Früchtetees oder Wasser.

Die Hautpflege muss im Winter zweigleisig erfolgen. Zuerst müssen der Haut über die Pflegeprodukte viel Feuchtigkeit zuführen um das Austrocknen zu verhindern.

Die Pflegeprodukte zur Erhöhung der Hautfeuchte schützen uns aber im Freien nicht vor den eisigen Winden und dem Frost. Daher benötigen wir beim Aufenthalt im Freien einen zusätzlichen Schutzmantel, der die bloße Haut vor dem Wind und vor Frostschäden schützt.

Benutzen Sie also in der kalten Jahreszeit eine Feuchtigkeitscreme bzw. ein entsprechendes Fluid oder Gel als Grundpflege. Wenn Ihre Haut besonders stark ausgetrocknet ist, empfiehlt sich eine Ampullenkur zur verstärkten Durchfeuchtung der Haut.

Wenn Sie ins Freie gehen, sollten Sie zusätzlich eine sehr reichhaltige (fette) Creme über diese Feuchtigkeitspflege an all den Stellen auftragen, die nicht von der Kleidung geschützt sind (also Gesicht, Hals, Hände). Verwenden Sie außerdem einen Pflegestift für den Schutz der Lippen oder eine geeignete Pflegecreme.

Männer sollten auf alkoholhaltige Rasierwasser verzichten, da diese Produkte die Haut zusätzlich austrocknen. Die Kosmetikhersteller bieten eine ausreichende Vielfalt an After-Shave Produkten an, die alkoholfrei sind.

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Autor: admin
Datum: Samstag, 21. November 2009 13:41
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