Montag, 5. Juli 2010 14:22
Nanotechnologie in der Kosmetik – eine bahnbrechende Innovation oder doch ein Risiko? Dies wird zur Zeit kontrovers diskutiert!
Allerdings sind Panikmache und utopische “Was-wäre-wenn”-Szenarien keine gerechtfertigten Argumente. Andererseits sollte man die Risiken niemals verharmlosen – wichtig sind fundierte, wissenschaftliche Untersuchungen und Bewertungen.
Herr Dr. Rimpler hat für uns einen ausführlichen Bericht verfasst, in dem er kompetent und leicht verständlich die unterschiedlichen Argumente des Pro & Contra der Nano-Technologie in der Kosmetik hervorhebt, sodass sich jeder sein eigenes Urteil bilden kann!
Vorab ein paar Hintergrundinformationen zur Dr. Rimpler GmbH:
Die Dr. Rimpler GmbH ist kompetenter Entwickler und Hersteller von hochwertigen kosmetischen Produkten für Gesicht und Körper, zu der auch die Traditionsmarke Isabelle Lancray gehört.
Mit viel Engagement wird die Dr. Rimpler GmbH von Herrn Dr. Christian Rimpler geleitet.
Die Dr. Rimpler GmbH wurde als erstes Unternehmen in Niedersachsen bereits 1997 nach den neuesten EU-Kosmetik- Richtlinien von den Behörden zertifiziert und ist heute als Kosmetikunternehmen nach dem Arzneimittelgesetz zertifiziert. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Universitäten ist es der Dr. Rimpler GmbH gelungen, aktuelle Erkenntnisse aus den forschenden Wissenschaften gekonnt mit professioneller Kosmetik zu kombinieren.
Hier einige Beispiele der Vorreiter-Rolle, die die Dr. Rimpler Kosmetik auszeichnet:
- Behandlung von Verbrennungs- und Bestrahlungspatienten mit Beauty Minerals®
- Transepidermaler Wirkstofftransport mittels Verkapselungstechnik
- Entwicklung von kosmetischen Systemen zum Schutz körpereigener Enzyme
- Einführung von Kosmetika zum Schutz gegen Umwelteinflüsse
- Produkte zur Stimulation des Stoffwechsels durch Energiezufuhr
- Entwicklung neuartiger, hautverträglicher Sonnenschutzsysteme
- Einführung der NLC-Technologie (Nano-Lipid-Carrier System) in die Kosmetik. Ein Transportsystem und zum Schutz von lipophilen Aktivstoffen. Ausgezeichnet mit dem Kosmetik Rohstoff Oscar 2004!
- Entwicklung der Nanocare Produkte mit dem Gewinn des Preises “Innovativstes Europäisches Kosmetikprodukt 2005″
Dr. Christian Rimpler weiß also, wovon er spricht!
Wer wäre also besser geeignet, die Nanotechnologie in der Kosmetik kurz und prägnant zu erklären!!!
Hier nun der Bericht über
Nano-Technologie in der Kosmetik -
verfasst von Herrn Dr. Christian Rimpler:
Nano-Technologie in der Kosmetik
Die Verwendung von hochmodernen Fertigungstechnologien zur Erzeugung von Nanopartikeln im Bereich der Kosmetik wird in jüngster Vergangenheit kontrovers diskutiert, so dass die Gefahr besteht, dass aufgrund von Unwissenheit und auch falscher Berichterstattung ein gewaltiger Fortschritt im Bereich der Hautpflege und Gesunderhaltung gefährdet wird. Deshalb soll an dieser Stelle versucht werden, die unterschiedlichen Argumente und auch Betrachtungswinkel zu erklären, damit sich jeder sein eigenes Bild machen kann.
Aus vielen Bereichen des täglichen Lebens sind die auf Nanotechnologie bestehenden Produkte überhaupt nicht mehr wegzudenken. So sind bereits heute zahlreiche Glasoberflächen mit dem „Lotuseffekt“ ausgestattet und auch Badezimmerkeramiken werden nach einer besonderen Oberflächen-veredelung mittels nanotechnologischer Verfahren sehr viel pflegeleichter.
In der Medizin werden Ballon-Herzkatheter mit Arzneistoffen ausgerüstet, die nanotechnologisch veredelt wurden, um diese sehr gezielt an den gewünschten Oberflächen wieder freizusetzen.
In der Kosmetik und Medizin werden bereits seit mehr als 25 Jahren Liposome und andere kleinste „Fetthohlkügelchen“ zum Schutz von zumeist hydrophilen Aktivstoffen sehr erfolgreich eingesetzt, ohne dass es hier je zu Komplikationen oder Gefährdungen des Verbrauchers gekommen ist.
Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde die Liposomen-Nanotechnik – NLC-Technologie (Nano-Lipid Carrier) eine neue Dimension von Carriern (Trägern) gefunden. Diese sind nunmehr feste Fettpartikel bzw. halbkristalline Kristalle und keine Hohlkügelchen mehr und können dementsprechend die lipophilen (fettlöslichen) Aktivstoffe optimal stabilisieren.
Die besonderen Stoffeigenschaften dieser NLC wurden schrittweise durch den Arbeitskreis von Prof. Dr. Müller an der FU Berlin aufgeklärt und nachgewiesen und schon 2004 mehrfach wissenschaftlich ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem Team von Dr. Rimpler wurde diese Technologie produktionsreif gemacht, in Endprodukten eingearbeitet und weltweit erstmalig 2005 im Markt eingeführt. Schon im Folgejahr 2006 gab es dafür dann erste wissenschaftliche Anerkennungen.
Heute basieren auf dieser NLC-Technolgie weitere Patente und zahlreiche klinische Untersuchungen, sowie am Markt sehr erfolgreich platzierte Produkte, die das Leistungspotential eindrucksvoll unter Beweis stellen. In Anlehnung an die Erfahrungen basierend auf Liposomen hat man sich von Beginn an auf 2 Strategien festgelegt:
• Verwendung von Kristallen mit einer Größe von ca. 180nm* Durchmesser
• Verwendung ausschließlich natürlicher Rohstoffe, die allesamt verstoffwechselbar sind.
(* nm = Nanometer, entspricht einem Millionstel Millimeter)
Damit konnte von Beginn an sicher gestellt werden, dass es zu keiner Penetration von intakten Kristallen in das Hautorgan kommen kann, sondern dass die mit der NLC Technik erzielten Eigenschaften sich mit dem SOPI Prinzip bestens beschreiben lassen.
Stabilisation von lipophilen Aktivstoffen innerhalb der Kristallmatrix führt zu Kosmetikprodukten, die zum Teil um den Faktor 1000 mehr an Wirkstoff auf der Haut bereit stellen können, als dass bisher überhaupt möglich war.
Okklusion durch die Ausbildung eines semipermeablen unsichtbaren Kristallfilms auf der Haut, der zur gezielten Hydratation genutzt werden kann, ohne dabei wie ein Öl den Energieaustausch vollends zu unterbinden, was schnell zur Transpiration führen kann.
Protektion einer geschädigten Hautbarriere sofort nach dem Auftragen für die trockene Haut aber noch viel wichtiger für eine barrieregeschädigte bzw. sehr empfindliche und zu allergischer Reaktion neigender Haut.
Integrität ist das Maß der Wiederfindbarkeit der Kristalle nach der Einarbeitung im Endprodukt. Während hier besonders fetthaltige Liposomenprodukte ihre besondere Schwäche offenbaren, können die NLC-Kristalle noch nach 3 Jahren problemlos fast in der ursprünglichen eingesetzten Konzentration nachgewiesen werden.
Das Potential dieser einmaligen Technologie wird den Kosmetikmarkt noch viele Jahre in Atem halten und zu neuen Produkten mit ausgesprochen interessanten Eigenschaften führen. Man muss dabei aber immer im Auge behalten, dass jeder einzelne Schritt wohl überlegt und gut erforscht sein muss, da mit dem Vorstoß in den Nanokosmos immer mit sprunghafter Veränderung von bisher bekannten Stoffeigenschaften gerechnet werden muss.
Genau aus diesem Grund hat die Europäische Kommission ein Gesetz verabschiedet, das in Kenntnis der außergewöhnlichen Chancen und Risiken der Nanotechnologie den Schutz des Verbrauchers sicherstellen möchte. Im Rahmen dieses Gesetzes werden schon jetzt besondere Dokumentations- pflichten notwendig und ab 2012 müssen diese unter Beobachtung stehenden Produkte auch besonders gekennzeichnet werden.
Als besonders unter Beobachtung stehende und deshalb im Sinne des oben genannten Gesetzes Nanoprodukte sind nur solche anzusehen, die eine Größe von weniger als 100 nm aufweisen und damit möglicherweise intakt penetrieren könnten und die aus Stoffen bestehen, bzw. solche beinhalten, die im Körper nicht abgebaut werden können. Diese Stoffe werden als bio-persistent bezeichnet.
Während diese Kriterien für die oben benannten Gruppen von Liposomen und auch NLC aus dem Hause Dr. Rimpler nicht zutreffen, wird beispielsweise im Bereich der Verwendung von Pigmenten zum Lichtschutz auf Basis von Titandioxid ein erheblicher Aufwand auf die Hersteller zukommen, um die Harmlosigkeit und Sicherheit dieser Nanoprodukte jeweils zu beweisen.
Allerdings ist es zum heutigen Zeitpunkt aus Sicht der Wissenschaft unverantwortlich, selbst diese Produkte mit einem Bann zu belegen, nur weil innerhalb des Marketings Wettbewerber, die solche Technologien heute noch nicht beherrschen, nun ein Negativimage propagieren und Ängste schüren wollen.
Wirkliche Innovationen lassen sich trotz einer eventuellen Schwarzmalerei auch nur temporär verzögern, sonst würden wir heute noch auf Pferden reiten und auf die Vorteile der Elektrizität verzichten müssen.
Autor: Dr. Ch. Rimpler
Das Kosmetikkaufhaus-Team dankt Herrn Dr. Rimpler für diesen mehr als ausführlichen Bericht!
… und hier finden Sie die komplette Kosmetik-Reihe von Dr. Rimpler und Isabelle Lancray!
